Review "XTAR Walrus D08" Tauchlampe/UW-Foto-Illumination

Dieses Thema im Forum "Tauchlampe" wurde erstellt von soren-hamburgo, 16. Mai 2018.

  1. soren-hamburgo

    soren-hamburgo Neues Mitglied

    Registriert seit:
    14. Mai 2018
    Beiträge:
    1
    Punkte für Erfolge:
    1
    Hallo zusammen, ich wollte Euch heute mal die neue Tauchlampe von XTAR vorstellen, die WALRUS D08, die mir XTAR zum testen zugeschickt hat. Sie ist zwar eine Tauchlampe in erster Linie, aber durch das Stativ und die rote LED vor allem für die UW-Fotografie/Video eine nützliche Ergänzung: denn die Lampe hat mit 120° nicht nur ein besonders breiten Leuchtwinkel, sondern auch eine besonders naturgetreue Farbwiedergabe (cool white high colour rendering index von 95). Zudem kann man eine recht starke rote LED zuschalten.



    [​IMG]





    Lieferumfang



    Die Walrus D08 kommt in einer stabilen, gepolsterten Tasche mit Griff, in dem folgende Gegenstände sind:



    • die Lampe
    • 4 Lithium-Ionen Zellen Formfaktor 18650, PCB-geschützt, 3500 mAh Kapazität
    • ein Ladegerät MC4 von XTAR
    • ein USB-Netzadapter und USB-Kabel
    • eine Handschlaufe
    • 3 O-Ringe und ein Putztuch



    [​IMG]







    [​IMG]



    [​IMG]



    Nebenbei sei bemerkt, dass die XTAR Ladegeräte generell sehr gut sind und auch das MC4 in mehreren Tests immer ganz oben mitspielte.





    Allgemeines Erscheinungsbild



    Die äußere Anmutung und das Handling sind aufgrund der kompakten Bauweise angenehm, sie liegt gut in der Hand und hat einen gut tastbaren magnetischen Schalter. Wenn man den Gummiring mit der Öse so dreht, dass die Öse oben liegt, hat man auch einen (leichten) Schutz gegen versehentliches Einschalten.



    [​IMG]



    Das Flugzeugaluminiumgehäuse ist schwarz anodisiert.



    Die Lampe wiegt leer 465 g, mit Batterien 650 g.



    Die äußeren Abmessungen sind:

    • Reflektorumfang 57 mm
    • Tubusumfang 59 mm
    • Endkappenumfang 56,5 mm
    • Länge 150 mm


    [​IMG]



    Die Lampe ist laut Hersteller stoßfest bis zu einer Fallhöhe von 1 m.



    Für uns Taucher wichtiger: sie ist bis 100 m Wassertiefe dicht. Sie hat zudem ein Stativgewinde an der Unterseite.



    [​IMG]



    Da die Trageöse aus Gummi ist, würde ich eher die Trageschlaufe um den Korpus binden und dann einen zweiten Kordelstopper zur Sicherung nutzen.


    [​IMG]





    Technische Ausstattung



    In der Walrus D08 sind zwei LEDs verbaut:



    • die weiße LED ist eine Nitchia NV4W144AMT (2000 lumen)
    • die rote LED ist eine CREE XP-E2 (180 lumen)


    Beide LEDs sitzen auf einer flachen weißen Scheibe unter einer asphärische Linse. Die weiße LED ist zentriert, die rote LED leicht versetzt daneben.



    Die Leuchtweite liegt laut Hersteller bei 40 Meter, die Lichtstärke bei rund 400 cd. Der Abstrahlwinkel, wie oben bereits erwähnt, liegt mit 120° im flood-Bereich. Die Lampe ist also wirklich nur für den Nahbereich konzipiert.



    Nichia gibt für diese LED einen CRI von 95 an, das ist sehr gut und prima für die UW-Photographie.



    [​IMG]





    Stromversorgung


    Die Lampe wird mit vier Lithium-Ionen-Zellen des Formfaktors 18650 versorgt. Alle werden mit dem Pluspol nach unten in die Lampe gesetzt, was das lästige Suchen nach Polungs-Zeichnungen erübrigt.



    [​IMG]



    Die technische Funktionsweise ist für eine Taschenlampe ziemlich kompliziert: der Minuspol der Zellen wird über die mittlere Feder in der Schraubkappe mit dem Stift in der Mitte des Gehäuses verbunden. Der Pluspol über das Gehäuse und die kleine, sechste Feder in der Endkappe, um auch diese mit Spannung zu versorgen.



    In der Endkappe steckt eine Infrarot-Diode, die ihre Signale zur Steuerung der Lampe an den Empfänger im Gehäuse sendet.



    [​IMG]



    [​IMG]



    Auf Nachfrage konnte mir XTAR auch nicht schlüssig erklären, wieso eine solche komplizierte Technik genutzt wird. Ist für den Gebrauch auch egal. Viel wichtiger ist zu wissen, dass die Akkuschächte parallel geschaltet sind und es damit möglich ist, die Lampe statt mit den vorgesehenen vier Akkus auch mit nur einem, zwei oder drei Akkus zu betreiben. Sehr praktisch, wenn man feststellt, dass ein Akku im Gepäck verloren ging und in Sharm el Sheikh keine 18650-Lithium-Akkus aufzutreiben sind.



    Nachteil des Aufbaus mit den Federn: es können keine Flattop-Akkus verwendet werden, sondern nur die mit erhabenem Pluspol.





    Leuchtdauer / Helligkeit



    Die Leuchtdauer bei entsprechender Helligkeitsstufe ist wie folgt angegeben:



    „High“ - 2000 lm - 4,1 Std.

    „Mid“ - 900 lm - 8,16 Std.

    „Red“ - 180 lm - 12,2 Std.

    „SOS“ - 500 lm - 76 Std.



    Die Lampe hat eine Temperaturregelung, die verhindert, dass die Lampe an Land zu heiß wird. Unter Wasser wird sie von der Wassersäule gekühlt. Sie lief bei mir mehr als zwei Stunden in der Badewanne auf voller Helligkeit, danach regelte sie langsam ab. Bei den anderen Leuchtstufen wird es vermutlich ähnlich sein, somit dürfen die Herstellerangaben entsprechend nicht falsch interpretiert werden als Laufzeit bei voller Lumenzahl.







    Bedienung



    Die Lampe wird über den magnetischen Taster vorne an der Lampe eingeschaltet. Der Magnetkontakt garantiert die Wasserdichtigkeit der Lampe (ebenso wie dass die Endkappe mittels Überwurfring statt Gewinde verschraubt wird).



    Die Leuchtstufenwahl erfolgt über einen Drehring am Boden der Lampe. Dieser hat die Wahlstufen

    • R für Rot
    • H für High
    • L für Low
    • 0 für Aus
    • SOS für…richtig, SOS :)

    Allerdings ist unverständlich, weshalb XTAR den SOS so schlecht programmiert hat: er funkt nur SOSOSOS usw., keine Drei-Buchstaben-Sequenz, sondern eine Kette von Buchstaben.

    [​IMG]



    Eine kaum erkennbare Markierung an der Seite zeigt, welche Leuchtstufe gerade gewählt ist. Die müsste man sich evtl. noch einmal mit Lackstift deutlich nachzeichnen.



    Wichtig zu wissen ist zudem, dass man mit dem Drehring keine Leuchtstufen vorwählen kann. Die Lampe startet immer auf der höchsten Stufe, so dass man unter Wasser auch garantiert Licht bekommt, wenn mal Licht braucht. Allerdings sollte man das bedenken, dass man bei scheuen Fischen nicht sofort an das Rotlicht kommt, sondern vielleicht erst die Lampe am Neo abgedeckt einschaltet und dann die rote LED auswählt.



    [​IMG]



    Vor dem Schalter hat die XTAR Walrus D08 eine LED-Anzeige, bestehend aus drei blauen LEDs, die grob den verbleibenden Saft in der Lampe anzeigen:



    3 LEDs: > 75%

    2 LEDs: 50-75%

    1 LED: 16-50%

    alle 3 LEDs blinken: < 16% (laut Bedienungsanleitung noch ungefähr 30 Min. Restleuchtdauer)



    [​IMG]



    Auch kann man die Lampe über den Magnetschalter vor unbeabsichtigtem Einschalten, z. B. im Reisegepäck, schützen. Dazu muss der Magentschalter fünf Mal schnell gedrückt werden, nach ein wenig Übung klappt das leicht. Zurück geht es genauso und die blauen LEDs „zählen sogar mit“ als Animation.





    Lichtbild



    Die Walrus D08 produziert ein gleichmäßiges, helles, blendfreies Licht mit großem Abstrahlwinkel und toller Farbwiedergabe. Lediglich am äußeren Rand gibt es eine kleine Korona, aber der Abstand zur Wand betrug auch lediglich 50 cm.



    [​IMG]



    [​IMG]



    [​IMG]



    [​IMG]





    Zusammenfassung


    Bei der Tauchlampe Walrus D08 von XTAR handelt es sich um eine kompakte Unterwasser-Lampe, die durch ihren Abstrahlwinkel und die prima Farbwiedergabe sowie die optionale rote LED sich sehr gut für die UW-Photographie eignet. Mit ihren 2000 Lumen Helligkeit und dem großen Abstrahlwinkel hat man für alle Lichtbedürfnisse in der UW-Photographie im Bereich von 10-20 Meter gut ausgesorgt.



    Als Pluspunkte sehe ich neben dem recht umfangreichen Komplettkit beim Kauf die sehr variable Stromversorgung, die sich gerade im Ausland als nützlich erweisen könnte. Die Lampe ist durch den Magnetschalter gut bedienbar und der Auswahlring am Lampenboden ist übersichtlich gestaltet. Zudem hat sie bei Wasserkühlung in der Badewanne zwei Stunden auf höchster Stufe durchgehalten, bevor runtergeregelt wurde.



    Als Minuspunkte sehe ich neben der schwarzen Farbe des Gehäuses die fehlende Vorselektierung der Helligkeit am Drehring: gerade bei scheuen Gesellen unter Wasser ist die höchste Stufe mit jedem Einschalten eventuell nachteilig. Außerdem ist die werkseitige Markierung der eingestellten Leuchtstufe unzureichend und erfordert eine eigene Nachbesserung. Auch der Gummiring ist etwas schwach, mit dem vorgeschlagenen Kordeltrick ginge es aber.





     
  2. M0rph

    M0rph Mitglied

    Registriert seit:
    23. November 2010
    Beiträge:
    160
    Punkte für Erfolge:
    18
    Wow Cool Merci fürs teilen!
     

Benutzer welche dieses Thema gelesen haben (Total: 6)

  1. soren-hamburgo
  2. stübi
  3. M0rph
  4. MaRo
  5. Christoph
  6. Sash83

Diese Seite empfehlen