Auch Taucher schädigen die Unterwasserwelt

Dieses Thema im Forum "Anderes" wurde erstellt von cool-layca, 13. Juli 2011.

  1. cool-layca

    cool-layca Neues Mitglied

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    Es sind nicht nur Schiffe die die Flora und Fauna in den Meeren und Seen schädigen. Nein es sind auch wir Taucher!
    Ich könnte jedes mal wieder aus der Haut fahren, wenn ich einen Taucher mit einer Kamara sehe wie er einen Fisch, Koralle oder sonst was Fotografieren will.
    Was macht ein solcher Taucher? Er sieht sein Objekt der Begiedre! Schwimmt hin und was dann?
    Er legt sich in die Korallen, schlägt mit seinen Flossen Korallenäste ab, was weis ich noch alles!
    Muss man so in so einen Fall den Fisch wirklich aufs Bild bannen oder reicht denn nicht auch die erinnerung davon???? Ein Bild von etwas weiter weg ist auch viel wert!!!!!
    Die Fische und alle anderen Meeresbewohner werden euch danken wenn ihr sachte mit ihrem Lebensraum umgehen würdet, oder würdet ihr euch freuen wenn man deine Wohnung, Haus und Garten wegen einen Bild zerstört???!!!!!!
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 13. Juli 2011
  2. Florian

    Florian Neues Mitglied

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    Da sind wir dann wieder bei der Ausbildung.

    Wer vernünftig tarieren kann schafft das auch ohne festhalten oder wildes rumgezappel.
    Einfach mal die 3min Sicherheitsstop nicht am Ankerseil sondern freischwebend absitzen, das übt ungemein.Wer das hinbekommt sollte auch in der Lage sein Bilder ohne ein "Unterwasser Massaker" hinzubekommen.

    PS. Im übrigen bin ich der Meinung das das eher eine Lebenseinstellung ist und nichts mit dem Tauchen zu tun hat.Die selben Leute werden mit Ihrer Umwelt über Wasser mit Sicherheit auch nicht besser umgehen.
    Andersherum werden Menschen die im Park mal eine Plastikflasche aufheben und in den Müll werfen unter Wasser sicher den gleichen Respekt für die Umwelt walten lassen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Juli 2011
  3. Taucherlii

    Taucherlii Neues Mitglied

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    Danke Fragga für dieses tolle statement, ich bin nämlich genau auch der Meinung dass es eben nicht nur mit Ausbildung / Verband oder was auch immer zu tun hat sondern eben auch, wie man sich allgemein gegenüber der Umwelt verhält. Diejenigen die der Meinung sind, es gibt ja noch genügend Korallen, Fische usw. die werden nie dazu Sorge tragen...
     
  4. tauchente

    tauchente Mitglied

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    ich bin grundsätzlich gegen bevormundungen von erwachsenen personen, aber wenn man sich umsieht, muss man wirklich sagen, ja, wir brauchen für jeden scheiss eine regelung, weil es wirklich leute gibt, die nach dem motto "nach mir die sintflut" leben. meiner meinung nach müsste es ein brevet geben für die die fotografieren wollen beim tauchen wo tarieren bis zum gehtnichtmehr geübt wird. ohne geht niemand mit kamera ins wasser, basta.
     
  5. Ralf Richter

    Ralf Richter divePIT Chefredakteur Mitarbeiter

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    ich weiß net - es sollte grundsätzlich so sein, das die Leuts tarrieren können, net erst, wenns a Kamera in die Hand nehmen :D

    Und ja, ohne regularien geht es scheinbar net.
     
  6. Stefansvl

    Stefansvl Guest

    mal ein Beispiel:
    Nehmen wir an das UW-Foto nur mit entsprechender Ausbildung erlaubt ist. Gehe zu einem der Großen, machen ein Kurs und will am Ende ein Brevet. Der TL verweigert mir es, weil die Tarierung nicht stimmt. Dann kann er mir aber auch kein Fotoequipment verkaufen. Er ist am Ende aber wirtschaftlich von diesen Kursen/Verkäufen abhängig. Wie soll das funktionieren?
     
  7. cool-layca

    cool-layca Neues Mitglied

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    @stefanvl
    leider gar nicht.
    Der TL / Verkäufer wird wirtschaftlich denken unnd dir das Brevet verkaufen und ne Fotoausrüstung gleich noch dazu. So ist es leider bei uns Menschen :-(
     
  8. tauchente

    tauchente Mitglied

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    ja, leider wirklich gar nicht. war ja nur ein wunschtraum ;)
     
  9. DigitalKäse

    DigitalKäse Neues Mitglied

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    Mal ein schlechtes Beispiel dazu, über das ich gestern gestolpert bin.
    [video=youtube;Dml8S900zCY]http://www.youtube.com/watch?v=Dml8S900zCY[/video]
    So wie der taucht sollte man ihn gar nicht mitnehmen, ich bezweifle, dass er ohne Kamera besser taucht, wenn ich mir seine Atmung anhöre =)
    Statt der 200€ für die GoPro hätte er lieber mal 10 TGs am Sandstrand machen sollen wo er nix kaputt machen kann.

    Bin mal gespannt, wie es diesen Urlaub ist. Bin zwar selber auch nicht der erfahrenste Taucher, aber ich hab anscheinend nicht so einen Vollschaden, wie manche andere. Wenn ich diese Touristenpolonese über die Riffdächer sehe, nur weil der Einstieg 30m weiter weg ist bekomme ich regelmäßig die Krätze.
    Aber wie schon gesagt wurde, das sind die Leute, die auch am Strand ihren Müll liegen lassen und die auch in der Stadt nicht in der Lage sind ihren Müll bis in die vorgesehenen Behältnisse zu bringen.
    Klarer Fall von "Wenn jeder an sich denkt ist an alle gedacht". Diese Deppen werden wohl leider nie aussterben :/

    Ob eine Brevetierung da hilft weiß ich nicht, aber gesunder Menschenverstand sollte beim Tauchen, wie auch beim Leben an sich schon vorhanden sein.
     
  10. habakuktib

    habakuktib Super Moderator Mitarbeiter

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    Ich vermute mal die wissen gar nicht wie schlecht sie tauchen! Schlechte Tarierung zusammen mit schlechter Kondition. Das Schnaufen kommt weil der/die Taucherin, völlig außer atmen ist. (Aber in einem Forum hatte ich kürzlich gelesen man dürfte bei Breitensport die Ansprüche nicht zu hoch setzen :confused:) Der Guide legt auch ein gutes Tempo vor.

    Hier mal was zur Beruhigung:

    [video=youtube;mTTIg9KBoKc]http://www.youtube.com/watch?v=mTTIg9KBoKc&NR=1[/video]

    Wir waren letzten Sommer in Ägypten u.a. auf einer Subex Basis, der ich bei einem vorherigen Mail-Kontakt unsere Wünsche mitgeteilt hatte. Die Basisleitung meinte OK, "aber wir wollen euch mit euren Kameras beim Checkdive sehen und ihr müßt alle Übungen freischwebend ausführen" Das fanden wir vorbildlich!
    Dafür lies man uns dann Tauchen wir wir es uns gefiel, keine Zeit- oder Luftbegrenzung, auch nicht bei Nachttauchgängen, und Tiefenlimits innerhalb der ägyptischen Gesetze. Schön unkompliziert!

    Wir sind in Ägypten dann ein paarmal mit einem netten englischen Pärchen getaucht, er wurde uns als Super-Duper-Master-Instruktor, sie als Super-Duper-Master oder so ähnlich, vorgestellt. Er hatte auch eine kleine Kamera bei sich, wenn es möglich war, legte er sich oder stellte er sich fürs Foto in den Sand. Er verletzte dabei keine Korallen! Aber ich fand dies trotzdem völlig unsinnig!

    Warum stehen oder knieen wenn ich schweben kann?

    Hier war es kein taucherisches Unvermögen, sondern einfach eine andere Einstellung zum Tauchen und zur Umwelt. Einmal habe ich dann heimlich ein Foto geschossen:

    [​IMG]

    Meine Meinung liegt das Problem begründet erstens in einer mangelhaften Ausbildung, zweitens der finanzielle Druck der Tauchsportbeteiligten und drittens in einer falschen Einstellung von einigen tauchenden Mitmenschen.

    Das mit der UW-Kamera zu tauchen ist halb so schlimm für die Umwelt, wenn man das Tauchen richtig beherrscht.
    Wer beim Maskenausblasen, Druckausgleich, Instrumente ablesen, an der Steilwand und Sicherheitsstopp (etc..) auf der Stelle schweben kann, kann auch eine UW-Kamera bedienen ohne die Umwelt zu schädigen!

    Nur ich gebe es offen zu, ich beherrschte das Tauchen nicht nach meinem PADI-OWD, und auch nicht nach dem VDST-CMAS*. Den ich noch im selben Jahr machte.
    Ich konnte diese Sachen so halbwegs nach 70 TGs, und nach 150 TGs habe ich mir gesagt, ich könnte mir, obwohl Anfänger, es vorstellen mit Kamera zu tauchen.

    Nur auf den Basen begegne ich dann blutigen Anfängern, die sich schon vor der Grundausbildung eine mehrere hundert Euro UW-Kamera zugelegt haben. Und diese will dann auch sofort benutzt werden. :confused:

    Hier müßte dann die Basis lenkend eingreifen, a. der Diveguide muß sich um diese Taucher besonders kümmern ("Gib mir mal die Kamera! Du willst doch tolle Fotos von Dir und den Korallen für Deine Freunde zuhause!") b. Nachschulen in Unterwasserfotographie ("Farbechte und scharfe Fotos schießen, das bringen wir Dir bei!") mit zusätzlichen Tarierübungen im Pool. ("Jetzt schweben wir wie die berühmten Tek-Taucher! Wer hat noch kein schwarzes Schweißband?")

    Außerdem:
    - Basen die bestimmte Riffbereiche sperren, haben mein vollstes Verständnis!

    - Sollte eine Grund-Tauchausbildung eigentlich 20-25 Tauchgänge umfassen und 1000,-€ kosten! (Mann darf doch träumen dürfen :rolleyes:)

    - Ist das Bewußtsein bei vielen Tauchern schon vorhanden! Ich habe häufiger erlebt, dass Taucher von anderen Tauchern wegen ihr Verhalten UW angesprochen wurden!


    Gruß Michael
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 14. Juli 2011
  11. Ralf Richter

    Ralf Richter divePIT Chefredakteur Mitarbeiter

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    *räusper*
    Was überhaupt nicht funktioniert ist eine Anzahl Tauchgänge fest zu legen, die besagen soll, das man etwas kann.
    Jemand kann 100 TG gemacht haben - wenn ihm niemand gesagt hat, Du machst da etwas nicht so ganz tolles, dann bleibt es so.
    Ich hab es aber auch schon gehört, das Taucher den Kollegen dann mal angesprochen haben.
    Ich finde das Super, was die Basis mit Euch gemacht hat, wenn ich doch auch gerne wissen würde, was Ihr vorhattet :D

    Ps: Nett, wie du das mit dem Super-Dupa gemacht hast :D - böse links gestzt (breitensport) ;-)
     
  12. Stefansvl

    Stefansvl Guest

    Mir fällt auf: mal Hand links, mal rechts....und sehr unruhige Kamaraführung.
    Ständig der Blick nach oben, deutet eindeutig auf Angst hin.
    Die Guides nehmen soeinen nicht in die Mitte? Unverantwortlich!

    Kein Wunder das es manchmal unter Wasser nach "Sprengstoffischen" aussieht.
     
  13. habakuktib

    habakuktib Super Moderator Mitarbeiter

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    Ich habe dass Gefühl wir sind hier alle ein bißchen hilflos!? Vielleicht hätte man in der Euro-Norm, den OWD und CMAS* nicht zum autonomen Taucher küren sollen, sondern erst ab Rescue und Silber ? Dann hätten die Leute mehr Praxis bevor sie alleine losziehen. ABER das Beispiel Video von Digigtalkäse war auch ein geführter Tauchgang! Und brauchen wir noch mehr Regeln ...?

    Was mir so im nachhinein auffällt: z.B. bei meiner PADI und VDST Anfängerausbildung war der korrekte Flossenschlag im Freiwasser nie Thema. Klar im Schwimmbecken haben mir die C-Trainer schon das Radfahren abgewöhnt. Was ich mit richtigen Flossenschlag meine ist der Frog-Kick, die effiziente, grund- und somit gewässerschondende Fortbewegung.
    Vielleicht hatte ich ja zufällig die falschen Ausbilder, aber wenn ich mich Unterwasser so umsehe (z.B. das Rarotonga Video) scheinen auch andere diesen nicht gelernt zu haben.
    Klar in der CMAS-Silber-Prüfung wird er verlangt, aber warum nicht früher?

    Oh, hatte ich vergessen zu erwähnen: Wir hatten vor zu TAUCHEN!

    Seit wir mal mit einer Basis in Dahab dermaßen auf die Schnauze gefallen sind. Schreiben wir jetzt die Basen immer an und fragen ob man bei ihnen auch tauchen kann! Siehe dazu auch Tread im Taucher.net: "Machen die Basen den Tauchsport kaputt!" Wobei mir ja spontan als Lösung ein Taucher-Willkommen-Label eingefallen ist: Groß und Blau mit der Aufschrift: "Bei uns sind Taucher erwünscht!" Auf der Basen-Website und Ladentür! ;) Würde so manche E-Mail und Urlaubsfrust ersparen!

    Also mit TAUCHEN meine wir: selbständiges Sporttauchen innerhalb der Ausbildungsgrenzen und Landesgesetze. Und in unserem speziellen Fall zusammen mit unseren Kameras, ohne Guide und ohne Gruppe! Der nach 45 Minuten an EINEM Korallenblock, die Lust und Luft ausgeht.

    Beispiel: Wir beobachten gerade, wie ein Barsch eine Muräne zum gemeinsamen Jagen enlädt, und der neue Guide Achmed fragt zum 10. mal, innerhalb von 5 Minuten, nach meinem Fini, weil er seine Gebete zum Ramadan halten möchte!

    [​IMG]

    Ärgerlich! :mad: Später hatten wir dann erfahren, dass er eigentlich Anweisung hatte uns alleine Tauchen zu lassen! Sich aber nicht daran gehalten hat. War er wohl von anderen Basen nicht gewohnt, dass es Kunden gibt die alleine Tauchen (können)! (Er hatte dann seine Probezeit auf der Basis nicht bestanden!)

    Ich brauche keinen Bespaßungs-Guide mit Clownsnase (als Westfale gehe ich zum Lachen sowieso in den Keller) oder möchte von Kursverkäufern bis auf die Toilette verfolgt werden, noch brauche ich einen famililären Anschluss (Familie habe ich selber!).
    Eine Basis sollte sich IMO als Servicedienstleister verstehen und nicht als Reglementierungsbehörde.

    [​IMG]

    Wenn es zum Schutze eines höheren Ziel geht z.B. der Korallenriffe, finde ich Auflagen gut! Da laß ich es mir gefallen! Wenn sie gut erklärt,und begründet werden.
    Ich denke SUBEX ist da auf dem richtigen Weg!

    Das mit den Super-Dupa kam, weil ich den Titel wirlich nicht verstanden hatte, irgendwas mit 5 Wörtern und Instruktor am Ende. Er tauchte auch wirklich gut. War in seiner Ausrüstung und Auftreten auch eher unenglisch.
    Nur diese Hang zum Bodenkontakt war wieder britisch!

    Das mit dem Breitensport mußte ich bringen, weil ich der Ansicht bin, dass auch Breiten- oder Amateursport (somit Sport- und Tek-Tauchen), erlernt und trainiert werden muß. Breitensport ist nicht klar definiert, wird aber allg. als Gegenteil von Profi- oder Leistungssport gesehen, d.h. aber nicht, das er auch nicht anstrengend sein darf oder an die persönlichen physische und/oder psychischen Leistungsgrenzen gehen kann!

    Jemand der das Tauchen richtig gelernt und regelmäßig trainiert, taucht dann auch sicherer für sich und für seine Umwelt! (um mal wieder zum Thema zu finden!)

    Gruß Michael

    Hier noch ein Suchbild. Wer findet das Dudong auf dem Bild?​
    [​IMG]
    Dieses Bild ist diesmal nicht von mir, sondern von meiner Frau. Ich habe diesen Tauchgang nicht mitgemacht, nachdem ich ähnliche Bilder vorher im Internet aus Abu Dabab gesehen hatte. Ich habe stattdessen eine Tauchpause mit einer meiner Töchter im Tal der Könige eingelegt.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15. Juli 2011
  14. habakuktib

    habakuktib Super Moderator Mitarbeiter

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    War da ein 2. Guide? Habe ich nicht gesehen?
     
  15. Ralf Richter

    Ralf Richter divePIT Chefredakteur Mitarbeiter

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    Das war eine "Helm"kamera :D
    Wenn man das Video bis zum ende anschaut sieht man, wie er sich mit beiden Händen die Flossen auszieht.
    Lustig auch die Aufstiegs szenen
     
  16. Stefansvl

    Stefansvl Guest

    Zu schnell (für Anfänger) getaucht, daher noch höheres AMV. Abtauchen zum gemeinsamen Auftauchen, JoJo. Aufstiegsgeschwindigkeit und nicht mal ein Sicherheitsstop?

    Diesen Guide kann man nicht empfehlen. Der Kameramann hat er bei diesem Tauchgang nicht viel gesehen, dafür aber eine ordentlichen Strecke schnell getaucht.
     
  17. habakuktib

    habakuktib Super Moderator Mitarbeiter

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    Um noch mal zum Thema zurück zukommen: Machen wir uns nichts vor, es sind nicht nur die Unterwasser-Fotographen und Tarierschweine, die die Unterwasser-Umwelt schädigen. Alleine die regelmäßige Anwesenheit von Tausenden von Urlaubern, Taucher und Nicht-Taucher, schädigen die Meeres-Umwelt, bevor sie überhaupt sich einmal nass gemacht haben. (Merkwürdigerweise trifft man in solchen Gegenden wir z.b. Südsinai immer wieder Urlauber, die wirklich nicht über den Hotelpool hinaus kommen !?)
    Ich war letzten Sommer in Dahab, und habe das erste Mal mein Tauchermesser einsetzen dürfen nach 7 Jahren, aber nicht um mich zu befreien, sondern Fische die in treibenden Netzresten festsaßen oder in 10 Meter Tiefe eine Angelschnurr hinter sich herzogen.
    Auch konnte ich regelmäßig am Abend beobachten wie Einheimische auf dem Riffdach mit Netzen fischten.
    Den Basisleiter darauf angesprochen, meinte er, dass dieses Fischen früher nur saisonal stattgefunden hat, aber jetzt ganzjährig stattfinden würde.

    [​IMG] Treibendes Netz auf dem Riffdach - Dahab

    Ich kann der wachsenden einheimischen Bevölkerung auch keinen Vorwurf machen, wenn sie sich versuchen zu ernähren, aber dort wo früher nur Beduinen lebten, haben wir jetzt eine Kleinstadt mit zugezogenen Ägyptern aus den großen Städten. Grund waren die Arbeitsplätze die die (Tauch-)Touristen hier versprachen und noch versprechen.
    Und was glaubt Ihr woher der frische Fisch kommt, den Ihr mit einer Selbstverständlichkeit am Abend im Restaurant günstig essen wollt? Iglu oder Nordsee?
    Ich habe meine Eßgewohnheiten geändert, seitdem ich weiß was dort unten lebt oder besser gesagt nichtmehr lebt.

    Natürlich passiert es immer wieder beim Fotographieren Unterwaser, dass etwas mit den Flossen berührt wird und abbricht. Ja, ist so! Aber die Auswirkungen von Umweltverschmutzung (Korallenbleiche, Neozoten) und intensiver Fischerei mit Langleinen, Finning oder kilomterlangen Schleppnetzen sind vermutlich weitaus erheblicher. (Sieh hierzu auch die Kommentare von Herbert Frei und Raiph Schill im aktuellen SPORTTAUCHER Seite 15, VDST-Mitgliedermagazin Auflage 75000 Expl. hier als gezipptes PDF Ausgabe Juli-August 2011)

    Wir Unterwasser-Lichtmaler bringen aber auch was mit, Bilder für die Nichttaucher im Freundes, Verwandten und Kollegenkreis, von atemberaubender Schönkeit und mannigfaltiger Gestalt, die sensibilisieren für das Leben in der Tiefe!

    Was mich natürlich beunruhigt sind die vielfältigen Berichte über UW-Fotographie bei den üblichen Verdächtigen in den letzen Monaten.
    Eine Taucherzeitschrift ohne mehrseitigen Berichte, Workshop, Praxistest, etc. zum Thema UW-Fotographie scheint ja überhaupt nicht mehr zu gehen! Irgendwo scheint man ja ohne "Kompaktklasse mit AnphibienBlitz und Weitwinkel" nur noch ein halber Taucher!
    Nur gehört zm Tauchen mit Kamera, manchmal etwas mehr als die neueste Fotokina Technik. Neben "handwerkliche" Fähigkeiten, ebend auch Geduld und Interesse für die Natur.

    [​IMG] Ohne Fotothemen geht nichts mehr?

    Was überhaupt nicht geht, ist natürlich solche Geschichten wie in der aktuellen TAUCHEN (DAS blaue Malediven-Fachmagazin, Auflage 35000 Expl. "tauchen Award Tauchausbildungsorganisation" LOL).
    Dort werden 10 wichtigeTIPPS für den UW-Fotoanfänger (Seite 90) aufgestellt: Unter diesen Regeln kein Wort zum Verhalten als Taucher in der UW-Umwelt.
    Das kommt am RANDE, mit kleinen Fotos und Untertexten, mit Tipps wo man sich alles festhalten kann, hier "stabilisieren" genannt! Warum von 4 Fotos, dort 3 abgebildet werden die Taucher zeigen, die die Umgebung anpatschen, also für mich sehr schlechte Beispiele darstellen, ist mir vollkommen unverständlich.

    Ich weiß nicht ob ein TAUCHEN-Redakteur schon mal außerhalb der Dusche im Wasser gewesen ist (ich weiß ich bin jetzt böse, muß aber sein!). Aber für mich ist das Berühren von Korallen oder Unterwasserlandschaft immer das letzte Mittel und NIE Standard! Meine Meinung: Wer meint sich grundsätzlicher immer "mit Fingerspitzen abstützen" zu müßen oder schlimmer dies propagiert sollte noch mal in die Umschulung, entweder SK Tarier-Experte oder vielleicht ein anderes Hobby suchen. Vielleicht Bahnengolf, dort kann man sich dann immer am Schläger festhalten!

    Das ich gegen das "Stabilisieren" bin hat Gründe:

    1. Ich weiß nicht, ob das wo ich mich festhalte wirklich Tod, also unlebendig ist: Es könnte entweder eine lebende Koralle, die wäre dann geschädigt, oder ein getarnter lebendiger Fisch sein. Dann wäre ich geschädigt!
    Getarnte Fische gehören IMO meistens zur Art der Skorpionsfische, wie z.b. Steinfische oder Drachenköpfe! Die möchten wir, glaube ich, nicht berühren, oder?

    2. Das mit einer Fingerspitze abstützen ist auch nicht so einfach. Ich habe gute Taucher gesehen (vorgenannter Super-Dupa-Instruktor) die sich an einem steilen Abhang, mit Fingerspitze stabilisierten, und dann kam eine kleine seitliche Strömung und der Haltepunkt wurde plötzlich zum Drehpunkt, um dann mit der Stahlflasche in die Korallen zu schlagen.

    [​IMG]
    Tote Koralle oder Fisch?

    Unter einem Bild eines "klammernden" Tauchers steht: "Austariert und stabilisiert. Bei Fotos ist es wichtig, so nahe wie möglich ans Motiv zu kommen. Wenn die perfekte Position gefunden ist, sind gute Tarierfähigkeit gefragt" Klingt für mich so wie: Wenn sie aus dem Flugzeug gesprungen sind, prüfen sie ob der Fallschirm vorhanden ist.
    Warum wird hier das Berühren zum Normalfall gemacht, dass automatisch aufs Tarieren folgt? Warum wird nicht erklärt, dass zum Erreichen der guten Fotoposition, ebend der Taucher perfekt tarieren können muß? Auch schon vorher!
    Idealfall ist doch, Ich bin perfekt tariert, nähere mich langsam, und schwebe gestoppt vor meinem Motiv und entferne mich auch tariert ohne wildes Flossenschlagen! Apropo richtiger Flossenschlag beim Tarieren über Grund, hierauf wird überhaupt nicht eingegangen!

    Warum kommt hier kein netter Hinweis auf Tarier-Kurse der Tauchsportorganisationen oder auf die VDST-Ausbildungs-Unterlagen für C-Trainer (soweit die Zeitschrift TAUCHEN den VDST und seine Struktur, etc. überhaupt kennt ??) zum Thema Übungen für UW-Fotographie?

    Hier hätte die Zeitschrift mal ein bißchen Verantwortung übernehmen können, und die Leute die Unterwasser fotographieren wollen den richtigen umweltschonenden Weg zeigen können!
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 20. Juli 2011
  18. Ostseetaucher

    Ostseetaucher Mitglied

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    Ägypten ist überladen mit Tauchern u. Badegästen. Über Wasser jede Menge an Bauruinen u. Müll. Umweltschutz kennen die gar nicht. Bin selbst schon in einer ladung von Chemiefässern mit fragwürdigem Inhalt aufgetaucht (Marsa Alam) Kaputte Riffe im Bereich Hurgada u. auch woanders. Mein Beitrag zum Umweltschutz in Ägypten: Ich flieg da nicht mehr hin. Erst dann, wenn bei den Ägyptern selbst ein Umdenken einsetzt. Aber da werden wir wohl noch lange warten müssen.:mad:
     
  19. tauchente

    tauchente Mitglied

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    fotografieren ist das eine, die fliegerei zu den orten mit den farbigen fischli das andere. ist ja wohl bekannt, dass die fliegerei einen nicht kleinen einfluss auf die klimaerwärmung hat und somit auch verantwortlich ist für die korallenbleiche.
    schlimm finde ich, dass wir hier in der ersten welt das gefühl haben, wir hätten ein anrecht und wir haben es uns verdient, so weit in die ferien zu gehen, am besten 3 mal im jahr auf die malediven (kenne wirklich solche!) ok, ich war auch schon weit weg, aber es hält sich in grenzen ;)
    und wenn man fotografiert, dann geht halt was kaputt, hört man, aber ein gutes bild ist es schliesslich auch wert.
    und wenn man dann die bilder anschaut, die es dann eben wert sind, dann muss man sich wirklich fragen, ob dieses bild den preis für eine abgebrochene koralle wert ist, da es kaum scharf ist und nur der halbe fischkopf drauf ist. da haben die leute wirklich komische ansichten.
    klar finden wir taucher es schlimm, wenn wir einheimische sehen, wie die auf den riffdächern rumtrampeln zum fischen, aber das ist wirklich nichts im vergleich zu eben den schleppnetzen usw...
    nicht vorenthalten möchte ich euch meine korallenfischbildli, ideale sujets für totale tarierbanausen ;)
     

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    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 22. Juli 2011
  20. Stefansvl

    Stefansvl Guest

    Vorne weg: Fliegen schädigt die Umwelt, eigentlich müssten wir alle zu Hause bleiben...tue ich aber nicht!
    Ägypten steht für mich nach wie vor ganz oben auf der Liste. Es gibt durchaus Hotels die Ihre Riffe schützen und "harte" Tauchregeln aufstellen. Ebenso wird der Müll gesammelt und derzeit auf "ordentlichen" Deponien gelagert. Eine Kläranlage betrieben.

    Hepca hat in einigen Bereichen bereits Müllsammler angestellt, Müllsortieranlagen werden geplant, Biogasanlagen gebaut. Mit der "richtigen" Buchung kann man diesen Umbau fördern.

    Bei Tauchschiffen wäre ich für eine stärkere Reglementierung. (ab 250 TG, 90 % aller Taucher auf den Booten sind da drüber) Kamera/Video nur mit Begleitung TL als Buddy - der kann dann "aufpassen.

    ... jetzt hagelt es gleich Kritik.
     

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